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Geschichte

Lieber Gast,

als bisher letztes Glied in der familiären Kette, möchte ich Ihnen die Geschichte dieses Hauses erzählen:


Das Gebäude um etwa 1900

Das Gebäude wurde etwa um 1900 errichtet und gehörte dem Onkel meines Großvaters. Franz Bierikoven sen. und hatte keine direkten Nachkommen. So schenkte er die die Hälfte seines Besitzes -die linke Doppelhaushälfte mit ca. 7000 qm Land- meinem Großvater Franz Bierikoven jun.; die andere Haushälfte wurde verkauft.

Franz Bierikoven jun., gelernter Landwirt aus Oberelvenich, eröffnete um 1920 mit seiner Schwester Christel eine Schankwirtschaft. Zunächst durften sie nur alkoholfreie Getränke ausschenken, was sich aber wenig später änderte.

Als Franz 1933 seine Frau Else heiratete, verließ Christel das Haus und der Betrieb wurde fort an von dem jungen Ehepaar geführt. 1934 kam Tochter Marianne zur Welt, welche heute das »Gästehaus Iris« führt.
Um 1935 errichtete der Vater meiner Großmutter Else den hinteren Anbau.

Es entstanden ein zusätzliches Zimmer, die Küche, Gästetoiletten und verschiedene Stallungen und Schuppen. 1942 wurde Sohn Hans geboren, mein Vater und derzeitiger Eigentümer.

Zum Haus gehörte damals auch eine Kleinvieh-Zucht mit ein bis zwei Kühen, Schafen, Ziegen, Schweinen, Puten und Hühnern. Im Garten wurde Obst und Gemüse angebaut. Für die wenigen Autos, die die Kopfstein gepflasterte Strasse befuhren, stand vor dem Haus eine Tanksäule.


Franz Bierikoven und Kinder

Gaststätte »Zum Kottenforst«

Vom 2. Weltkrieg war die Familie Bierikoven nur wenig betroffen, da sie sich komplett selbst versorgen konnte und das Haus relativ einsam stand. Nach Kriegsende allerdings besetzten Engländer und Amerikaner das Haus.

Die Familie musste weichen und eine Zeit lang in den anliegenden Stallungen leben. Daran änderte sich auch nach Abzug der Alliierten nichts. Kriegsvertriebene Familien von der belgischen Grenze wurden von den Behörden hier untergebracht.

1948 hat sich die Lage im »Kottenforst« allmählich wieder normalisiert. In den 50iger und 60iger Jahren wurde das Ausflugslokal sehr beliebt bei Jägern und Wanderern. Die Lage an der Hauptdurchgangsstrasse zur Eifel veranlasste viele Leute, in die Gaststätte »Zum Kottenforst« einzukehren. Grosse Reise-Busse machten hier Rast. Nach der Jagd trafen sich die Jäger des Kottenforstes regelmäßig hier und hielten zeitweilig ihre Jägerprüfung in unserem Hause ab. Es gab sogar einen künstlichen Fuchsbau im hinteren Teil des Gartens. Der ortsansässige Dackelverein traf sich ebenfalls hier. Vereinzelt wurden auch schon Fremdenzimmer vermietet.
1966 starb Franz Bierikoven. Meine Großmutter, mein Vater und meine Tante führten von nun an den Betrieb. Im selben Jahr kam ich auf die Welt und lebte die ersten 5 Jahre mit meinen Eltern in der oberen Etage des Haupthauses, bis wir im hinteren Teil des Gartens gebaut haben. Zu dieser Zeit eröffnete mein Vater in einem der Schuppen noch zusätzlich einen Getränkehandel.

1979 vererbte meine Oma vorzeitig das Haus an meinen Vater. Er baute darauf hin in Eigenarbeit die alte Gaststätte zum Hotel garni um. Meine Oma bewohnte bis zu ihrem Tod noch zwei Zimmer im Hauptgebäude. Meine Mutter, Inge Bierikoven, gab ihren Beruf als Sekretärin im Verteidigungs-
ministerium auf um das Hotel zu führen. Zunächst wurden nur wenige Zimmer vermietet, aber nach und nach kamen mehr hinzu. Damals half ich schon häufig im Familienbetrieb. Meine Eltern verpachteten 1988 das Hotel. Die Pächterin, Frau Christine Feier führte den Betrieb knapp 6 Jahre. Zu dieser Zeit studierte ich Modedesign an der Hochschule für Künste in Bremen. Nach meinem Diplom arbeitete ich 2 Jahre lang als freie Designerin. Kurz bevor der Pachtvertrag von Frau Feier endete, fragten mich meine Eltern, ob ich das Hotel weiterführen möchte. Da mir sehr daran gelegen war, den Familienbesitz zu erhalten, übernahm ich den Betrieb am 1. Februar 1994.

Später Umbau zum Hotel garni

Petra Bierikoven

Nun hatte ich mir zur Aufgabe gemacht, das gesamte Haus neu zu gestalten, zu renovieren, zu erweitern und individuell einzurichten. Seitdem unterstützen mich meine Eltern und mein Lebensgefährte tatkräftig. In guter Teamarbeit schafften wir ein völlig anderes Haus mit neuem Ambiente.

Wenn ich ehrlich bin, sind wir heute immer noch nicht fertig. In meinem Kopf kreisen noch viele Ideen und Gedanken, was in naher Zukunft noch verändert oder verbessert werden könnte. So bin ich mir sicher, dass die Geschichte des Hauses Kottenforst noch lange nicht zu Ende ist. Vielleicht wird meine Tochter Celina Bierikoven ja mal das Haus führen....

Petra Bierikoven

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